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Mikroabenteuer

Bist du bereit, mit deinen Kindern euren Stadtteil zu erkunden?

Einen neuen Stadtteil mit deinen Kindern zu erkunden, fällt dir im Urlaub leicht? Schlenderst du gerne durch die Straßen, entdeckst mit deinen Kindern Spielplätze oder probierst ein neues Café aus? Das fällt uns an fremden Orten leicht. Und wie ist es zu Hause? 

Die Wege zu Kindergarten und Schule werden zur Routine. Supermarkt, Apotheke, Spielplatz, Buchladen, ein Café – die grobe Orientierung findet sich schnell. Und dann? Holt uns der Alltag ein und die Erkundungstouren werden seltener.

Dabei hat unser Stadtteil oder Dorf doch so viel zu bieten! Wir müssen nur den Erkundungs-Modus aktiveren und auf Entdeckungsreise gehen.

ACHTUNG! AUFGRUND COVID-19-REGELN KANN ES ZU EINSCHRÄNKUNGEN KOMMEN!

Idee 1:  Den Stadtteil mit deinen Kindern erkunden – eine ungewöhnliche Rallye

Eine Stadtteil- oder Dorf-Rallye vorbereiten – das klingt nach Arbeit! Und um ehrlich zu sein, das ist es auch. Aber es gibt auch einen einfachen Weg, um seinen Stadtteil zu erkunden.

Sich einen fremden Ort zu erschließen, sind wir gewohnt. Erinnerst du dich daran wie du bei Klassenfahrten mit einem Klemmbrett losziehen musstest, um Quizfragen zu lösen oder um historische Daten von Tafeln abzuschreiben? Nichts anderes sind heute die vorbereiteten Rallyes durchs Museum oder den Zoo. Den eigenen Stadtteil oder das eigene Dorf zu erkunden, in welchem wir schon länger wohnen, ist dagegen oft Neuland.

Es geht um Sehen lernen, darum, die Wahrnehmung zu trainieren, den Blick zu schärfen und auch im längst Bekannten Neues zu entdecken

stadtteildetektive.de

Dabei ist es wichtig, dass wir uns in unserem Lebensraum auskennen. Im Projekt Stadtteildetektive vom Deutschen Architekturmuseum wird sogar eine komplette Projektwoche mit Frankfurter Grundschülern durchgeführt, damit diese lernen „sich die vertraute gebaute Umwelt zu erschließen, sie gleichzeitig ein Stück weit hinter sich zu lassen und die eher unbekannte zu erforschen.“

Stadtteil mit Häusern und Straße

Eigentlich gehts doch darum, Dinge zu entdecken, die einen interessieren und die einem eine Orientierung geben. Und das nicht erst, wenn Besuch da ist. Und zwar ohne lange Vorbereitung

Also, überlege doch mal was dich und deine Kinder begeistert und was dazu beiträgt, dass ihr euch gut im Stadtteil oder Dorf orientieren könnt.

Du brauchst: Die Frage „Wie viele?

  • Wie viele Cafés gibt es? 
  • Wie viele Spielplätze haben wir?
  • Wie viele Buchläden sind in der Nähe?
  • Wie viele Apotheken sind da? 
  • Wie viele Museen sind in unmittelbarer Nähe?
  • Wie viele Supermärkte sind im Dorf/Stadtteil?
  • Wie viele Restaurants gibt es?
  • Wie viele ungewöhnliche Schilder können wir entdecken?
  • Wie viele verschiedene Arten von Straßenlaternen sehen wir?
  • Wie viele Ampeln haben wir auf dem Weg zum Kindergarten?
  • Wie viele Bushaltestellen sind da?
  • Wie viele Drogerie-Märkte gibt es? 
  • Wie viele Bäume gibt es in der Umgebung?
  • Wie viele Stopp-Schilder gibt es in den umliegenden Straßen?
  • Wie viele Straßen-Namen gibt es in der Umgebung? 
  • ….

Für diese ungewöhnliche Rallye musst du dich nicht vorbereiten. Nichts recherchieren, keine Quiz-Fragen ausdenken und kein Rätsel erstellen. Sie ist jederzeit spielbar. Auch am Urlaubsort, nach einem Umzug und kann an die Jahreszeiten angepasst werden.

Idee 2: Das beste Kinderspiel – ein Memory hilft beim Stadtteil erkunden

In welchem Spiel sind unsere Kinder uns haushoch überlegen? Richtig, Memory! Das Spiel braucht etwas Vorbereitung, aber wenn du die Zeit für die Fotomotive während der Stadtteil-Ralley (siehe Idee 1) aufbringst oder immer mal wieder nebenbei bei typischen Wegstrecken ein paar Fotos machst, ist die Hälfte bereits erledigt.

Du brauchst: 

  • ein Fotoapparat oder ein Smartphone mit Kamera
  • Fotomotive 2 x gedruckt (z.B. bei einer Drogerie) 
  • evt. ein Laminiergerät, um die Fotos haltbarer zu machen

Fotomotive gibt es wie Sand am Meer: Schilder, Wegkreuzungen, Gebäude, Bäume, Schaufenster – eigentlich eignet sich alles. Verändere auch einmal die Perspektive und fotografiere einen Gegenstand auch einmal von oben oder unten. 

In der einfachen Variante geht es darum, die passenden Paare zu finden. 

In einer Ausbau-Variante lässt sich prima der Orientierungssinn trainieren. Wähle dazu Motive aus, die euch auf bestimmten Wegen regelmäßig begegnen. Dann eignen sich Fragen wie: Wer findet zuerst alle Pärchen, die uns auf dem Weg zur Schule begegnen. Oder zum Spielplatz. Zum Supermarkt. Zum Kindergarten. Und noch viele mehr.

Ach ja: gönne deinen Kindern den Sieg von Herzen und feiere jeden ausgiebig!

Idee 3: Der Orientierung auf der Spur – eine Karte vom Stadtteil zeichnen

Als Kind konnte ich mir nie die vielen Ortsnamen auf dem Weg zu meinen Großeltern merken. Ich wusste trotzdem ganz genau, dass es noch zwei Dörfer waren, bis wir endlich ankamen. Denn ich hatte mir den Weg längst optisch eingeprägt.

Eine weitere Möglichkeit, sich die Umgebung einzuprägen und auf optische Merkmale zu achten, ist es, eine Karte zu zeichnen. 

Du brauchst:

  • ein großes Blatt Papier vom Zeichenblock
  • Stifte

Es kommt überhaupt nicht darauf an, dass eine exakte Karte im Maßstab gezeichnet wird. Auch spielt es keine Rolle wie Gebäude, Bäume, Straßen  oder ähnliches dargestellt werden. Die Perspektive ist ebenfalls völlig unwichtig – allerdings kannst du gespannt verfolgen, wann deine Kinder anfangen, in der Vogelperspektive, also von oben, eine Karte zu malen.

Zeichnet einfach los und beginnt mit eurem Zuhause. Es folgt die Straße, in der ihr wohnt und dann alle möglichen Dinge, um euch herum. 

Dabei entsteht automatisch eine Karte mit allen Dingen, die euch wichtig sind und ihr beim Stadtteil erkunden gesehen habt. Der Orientierungssinn wird dabei spielerisch gefördert. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein und die Sicherheit bei euren Kindern, den Weg nach Hause wiederzufinden.

Idee 4: Das Experiment mit Plan – Spielplätze testen

Rutsche, Schaukel, Sandkasten  – das ist oft langweilig. Abenteuerspielplätze mit Wasserstellen, komplexen Klettergerüsten, verschiedensten Rutschen, Tunneln und anderen Geräten sind auch nicht überall verfügbar. Vielleicht hast du richtig Glück und es sind immerhin gleich mehrere Spielplätze in der Nähe, die erkundet werden können. 

Aber egal wie die Bedingungen konkret vor Ort sind: Lade zum Spielplatz-Experiment ein und erkläre deine Kinder zu offiziellen Experten. 

Du brauchst:

  • ein Klemmbrett
  • ein Stift
  • ein Protokoll

Als Erstes steht die gesamte Erkundung des Geländes an. Danach wählt ihr die typischen Geräte aus, die es auf fast jedem Spielplatz gibt: Rutsche, Schaukel, Sandkasten. Gibt es davon mehrere, dann kann das Experiment sogar ausgeweitet werden, indem zum Beispiel die Rutsch-Geschwindigkeit geprüft wird. 

Stadtteil mit Kindern erkunden - Protokoll für ein Spielplatz-Experiment

Ja, ich will das Protokoll für das Experiment haben!

Besondere Attraktionen werden selbstverständlich aufgenommen und dürfen im Protokoll nicht fehlen. 

Leider endet auch einmal die schönste Spielzeit – mit einer abschließenden Bewertung auf einer Skala erleichterst du den Abschied. Und bestimmt könnt ihr schon bald zum nächsten Spielplatz-Experiment aufbrechen.

Idee 5: Das Geheim-Versteck – mit Geocaching das Unbekannte entdecken

Die Abenteuer-Lust ist bei dir und deinen Kindern ungebrochen. Mittlerweile kennt ihr alles? Dann wird es Zeit für einen Geocache! 

Geocaching ist nichts anderes als eine mobile Schatzsuche. Millionen von Dosen sind weltweit versteckt und das Spiel wird nie langweilig.

Tausende von Geocachern sind unglaublich kreativ und suchen besonderen Plätze für ihre Verstecke aus, die ihr normalerweise nicht aufsuchen würdet. Das kann eine tolle Aussicht sein oder ein besonderer Ort. Oder auch ein besonders kreatives Versteck. Es kann ein Rätsel sein, was zuvor geknackt werden muss oder auch ein Parcours von Stationen, der zu durchlaufen ist, bis die Koordinaten zum Schatz feststehen. 

Unser Lieblings-Cache liegt im Wald in der Nähe von Speyer. Der Schatz der Spargelgnome. Eine Chipkarte war zu suchen, diese durch einen Scanner zu ziehen und erst dann öffnete sich plötzlich, im Waldboden versteckt, eine Schatzkiste. 

Der bisher kniffligste Geocache liegt in dem Ort, in welchem das alte Haus von meinem Opa steht. Keine 200 m vom Haus entfernt ist der Dorfplatz mit einem Baum, einer Bank und einem netten Brunnen. Die Stein-Attrappe ist so perfekt, dass wir zwei Tage brauchten, um den Geocache zu heben. Wir haben dabei sprichwörtliche jeden Stein umgedreht.
Unter www.geocaching.com kannst du sofort nachschauen, wie nah der nächste Geocache eigentlich von eurem Zuhause entfernt ist.

Warum es wichtig ist, den eigenen Stadtteil mit seinen Kindern zu erkunden und zu kennen

In unserer unmittelbaren Umgebung gibt es viel zu entdecken. Im Alltagstrott fehlt uns aber oft der Blick dafür, noch etwas Neues wahrzunehmen. Genau diesen Blick können wir aber trainieren und wieder schärfen. Die 5 Ideen helfen dir sicherlich dabei. Unser Umfeld wahrzunehmen, unseren Stadtteil zu erkunden, gibt uns einerseits Sicherheit und andererseits wachsen uns und unseren Kindern damit Flügel, uns auch in unbekannten Gebieten immer weiter vorzuwagen.

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