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Mikroabenteuer

So erstellst du spannende Rätsel für deine Schatzsuche – meine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du hast das Gefühl, Rätsel dürfen bei einer Schatzsuche nicht fehlen – aber immer neue ausdenken nervt dich? Das geht vielen so! Hier zeige ich dir 4 Rätsel-Arten, die du vorbereiten oder spontan durchführen kannst – damit du mit deinen Kindern draußen Spaß hast.

1. Fühl-Rätsel: Nichts für schwache Nerven

Traust du dich in eine dunkle Kiste zu fassen, ohne zu wissen, was dich erwartet? Fühl-Rätsel sind nichts für schwache Nerven! Es könnte etwas Glibberiges, Stacheliges oder Pelziges in der Kiste drin sein. Und sind wir ehrlich: Die meisten Erwachsenen ziehen ihre Hand in dem Moment vor Schreck zurück. Vielleicht ist es dieser Nervenkitzel, der bei unseren Kindern Fühl-Rätsel zu einer beliebten Rätsel-Art werden lässt.

Unser Tastsinn ist auf unmittelbare Berührungen angewiesen. Mit Augen und Ohren können wir weit entfernte Dinge wahrnehmen. Das geht mit dem Tastsinn nicht. Wenn wir mit unseren Händen ein Stück Rinde be-greifen, dann nehmen wir über Millionen von Sinneszellen wahr, wie glatt oder rau, kalt, warm, nass oder trocken sie sich anfühlt.

Das Wort „begreifen“ bedeutet „verstehen“ – und deshalb ist das Anfassen von Gegenständen für unsere taktile Wahrnehmung von besonderer Bedeutung. Deine Kinder haben im Kleinkindalter bestimmt alles angefasst, untersucht und in den Mund genommen.

Die Vorbereitung ist einfach! Ein Fühl-Rätsel ist schnell geplant und kann sich an die Begebenheiten vor Ort anpassen. Ein Korb und ein Tuch reichen aus, um die Sachen abzudecken. Du kannst auch eine Fühl-Box mit Sichtschutz bauen oder den Kindern die Augen verbinden, sofern sie dieses zulassen. Bei einer Schatzsuche schmuggelst du einen Gegenstand darunter, der nicht zu den anderen passt: Machst du das Fühl-Rätsel draußen mit dem, was die Natur bietet, dann wählst du dafür einen Haushaltsgegenstand aus. Und dieser ist das Lösungswort für die Station.

Es gibt eine Reihe von Vorteilen bei den Fühl-Rätseln:

  • Es kann gut mit anderen Rätsel-Arten kombiniert werden. Die Gegenstände vom Geruchs-Rätsel kannst du beispielsweise aufheben, um sie hier wieder zum Einsatz zu bringen. 
  • Die Sachen sind bei beliebig anpassbar. Egal ob du einen Tannenzapfen, etwas Moos, ein paar Blätter, eine Blume, ein Stück Rinde, einen kleinen Ast oder einen Stein auswählst – es bleibt spannend. 
  • Du kannst jedes Kind einzeln fühlen lassen oder ein Gemeinschaftsspiel einbauen, indem die Kinder hinter dem Rücken die Gegenstände von einem zum anderen weitergeben.

Klar, ein paar Nachteile gibt es auch:

  • Unser Tastsinn funktioniert am besten, wenn andere Sinne ausgeschaltet werden. Es ist aber nicht nötig, dass die Augen bedeckt werden, denn viele Kinder mögen das einfach nicht –  ein Korb mit Tuch oder eine Stofftasche reichen aus.
  • Ältere Kinder und die Teenager fassen nicht mehr ohne Weiteres alles an. Sorge hier vor und habe Gummi-Handschuhe dabei – für jedes Kind ein eigenes Paar. So verringerst du die Hürde bei diesem Rätsel für die Schatzsuche mitzumachen und sich darauf einzulassen.

Jetzt geht es los: In drei Schritten hast du dein eigenes Fühl-Rätsel für die Schatzsuche geplant. 

Schritt 1: Plane zuerst die Art der Fühl-Box. Soll es eine einfache Stofftasche sein, ein Korb, den du mit einem Tuch abdecken kannst oder ein Karton mit ausreichend großen Öffnungen für die Hände und Sichtschutz? 

Schritt 2: Überlege dir die Sachen zum Tasten und mache es dir nicht zu kompliziert. Auch verschiedene Steine fühlen sich interessant an. Du kannst die Gegenstände vorbereiten und vorher sammeln oder während deine Kinder draußen mit anderem beschäftigt sind.

Schritt 3: Lege dir einen Gegenstand bereit, der nicht zu den anderen passt. Das kann ein Haushaltsgegenstand sein, wenn alle Sachen zum Fühlen Naturmaterialien sind. Oder umgekehrt. Deiner Fantasie und der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Hände mit Kastanien
Fühl-Rätsel sind spannend und einfach zu machen

2. Geruchs- und Geschmacksrätsel: Untrennbar miteinander verbunden

Gibt es mehr als „riecht gut“ und „schmeckt eklig“? Das Zusammenspiel von Nase und Mund bringen unsere Sinneszellen auf Hochtouren. Auch wenn Kinder gelegentlich auf die Frage nach dem besten Apfelgeschmack eine Kaugummi-Sorte nennen, erzeugen diese Rätsel bei einer Schatzsuche schnell Neugier.

Unser Geruchs- und Geschmackssinn sind untrennbar miteinander verbunden, denn Nase und Mund- und Rachenraum liegen räumlich nah beieinander. Auch wenn wir von Geschmacksexplosionen reden, so können wir nur vier Grundrichtungen auseinanderhalten: sauer, süß, salzig und bitter. Unser Geruchssinn hilft uns dabei, die Vielfalt zu entdecken. Wir können zwar bis zu 10.000 Düfte unterscheiden, aber im Vergleich dazu können Hunde bis zu 1 Million unterschiedliche Gerüche erkennen. Da können wir definitiv nicht mithalten.

Im Alltag strömen unablässig Duftstoffe durch die Nase ein und wir sind in der Lage uns diese einzeln zu merken. Der Geruch von einem frisch abgebrannten Streichholz lässt viele Menschen an feierliche Anlässe denken. Auch speichern wir Geschmacksstoffe ab und können beispielsweise reife Früchte von unreifen unterscheiden.

Und deshalb ist das Schmecken und Riechen von Gegenständen für die olfaktorische Wahrnehmung von besonderer Bedeutung. Kleine Kinder kennen noch nicht viele Geschmäcker und Gerüche und können diese daher auch nicht benennen. Führen wir sie schrittweise heran – und lassen sie dabei unsere Welt entdecken.

Die Vorbereitung ist machbar! Ein Geschmacks- und Geruchsrätsel lässt sich gut planen, ist aber auch spontan durchführbar. Wichtig ist, dass die zu riechenden oder zu schmeckenden Gegenständen isoliert sind. In kleinen Dosen kannst du die Sachen für eine Schatzsuche transportieren und auseinanderhalten. Zahnstocher für jedes Kind reichen für ein Geschmacksrätsel meist aus. Bei einer Schatzsuche kannst du beide Rätsel in einem Memory einsetzen. Ein Gegenstand bekommt dabei keinen Partner und ist somit das Lösungswort. Das Prinzip funktioniert genauso bei Geschmacksrätseln, indem du etwa eine Gemüsesorte unter Fruchtsorten anbietest.

Es gibt eine Reihe von Vorteilen bei den Geruchs- und Geschmacksrätseln:

  • Die spontanen Geruchsrätsel lassen sich gut mit den Fühl-Rätseln kombinieren. Die Sachen zum Tasten können aufbewahrt und wieder verwendet werden.
  • Augen schließen reicht aus und schon kann geschnuppert werden.
  • Ein spontanes Geschmacksrätsel lässt sich aus dem Proviant zaubern und sorgt für Abwechslung beim Picknick.

Logisch, ein paar Nachteile gibt es auch:

  • Bei beiden Rätseln müssen Allergien im Vorfeld unbedingt abgeklärt sein.  
  • Die meisten Geschmacksproben können nicht lange aufbewahrt werden, sodass eine unmittelbare Vorbereitung wichtig ist oder für gute hygienische Lagerungsbedingungen gesorgt sein muss.

Jetzt geht es los: In drei Schritten hast du deine eigenen Geschmacks- oder Geruchsrätsel erstellt.

Schritt 1: Plane zuerst, welche Proben du einsetzen möchtest. Sollen diese leicht vorbereitet werden können? Oder willst du Material verwenden, das ihr unterwegs entdeckt?

Schritt 2: Überlege dir dann, wie du die Sachen präsentieren möchtest. Undurchsichtige Dosen eignen sich gut und können immer wieder verwendet werden. Es reicht aber, wenn deine Kinder die Augen schließen.

Schritt 3: Lege das Lösungswort fest und integriere das in deine Rätsel für die Schatzsuche. Ein Geruchsgegenstand hat zum Beispiel keinen Gegenspieler in einem Memory. Bei einem Geschmacksrätsel kannst du Käse unter Obstsorten mischen und die Frage stellen, aus welcher Kategorie die meisten Proben stammen.

3. Code-Rätsel: Nichts für Ungeduldige

Seid ihr Meister im Dechiffrieren und Code knacken? Code-Rätsel sind bei Klein und Groß beliebt. Es liegt etwas Geheimnisvolles in der Luft und das passt zu Rätseln für eine Schatzsuche.

Bei einem Code ist es wichtig, dass von Anfang an klar ist, dass dieser zum Schatz führt. Damit deine Kinder unterwegs nicht die Lust verlieren, muss sich bereits während der Schatzsuche ankündigen, dass dieses Rätsel erfolgreich gelöst wird. Denn: Frust pur, wenn sich kurz vor Schluss abzeichnet, dass ein Fehler enthalten ist.

Ein Code lässt viel Spielraum für Deine Fantasie bei der Schatzsuche. Du kannst sogar eine eigene Sprache erfinden oder simple Techniken einsetzen. Leicht ist zum Beispiel ein Lückentext. Du schreibst einen Text mit dem Fundort vom Schatz in großen Buchstaben auf dem Computer. Dann erzeugst du drei Kopien. In jeder einzelnen Version werden Schriftzeichen weggelassen. Du druckst die Seiten aus und versteckst diese bei der Schatzsuche. Hauptsache ist, dass alle gefunden werden.

Zahlenrätsel lassen sich auch schnell erfinden und erzeugen einen Code. Bereitest du die Geruchsrätsel zum Beispiel vor, dann markiere ein paar Döschen mit Buchstaben und achte darauf, dass die Proben drin bleiben. Als Hilfsmittel stellst du eine Küchenwaage bereit und als Hinweis findet sich die Rechenaufgabe: A-B+C.
Konkret: Du nimmst einen kleinen Tannenzapfen, etwas Rinde und Moos. Der Tannenzapfen wiegt 80 g, das Rindenstück 30 g und das Moos 10 g. Die Lösung ist 60 g. Und diese Zahl lässt du in das Lösungswort einfließen.

Je länger der Text ist, umso leichter ist es, einen Code darin zu verstecken. Oder?*

Die Vorbereitung ist planbar! Ein Code-Rätsel musst du vorbereiten und kannst es selten spontan machen. Für den Einsatz dieser Rätsel-Art brauchst du aber nicht viel Material. Ein Blatt Papier reicht aus, um zur Decodier-Schablone zu werden oder einen Text mit Hinweisen aufzuschreiben. Einen Code kannst du auch gut über mehrere Rätsel bei einer Schatzsuche verteilen.

Es gibt eine Reihe von Vorteilen bei den Code-Rätseln:

  • Code-Rätsel können auf die unterschiedlichste Art mit anderen Rätseln kombiniert werden. 
  • Das Material ist gut verfügbar und kann leicht für eine Schatzsuche mitgenommen werden.
  • Verschiedene Schwierigkeitsstufen sind gut einzubauen, um die Lösung knacken zu können.

Klar, ein paar Nachteile gibt es auch wieder:

  • Code-Rätsel müssen gut vorgeplant werden – spontan geht selten.
  • Die Hinweise sind gut zu verteilen, sodass sie zwar vorhanden sind – aber je nach Alter der Kinder auch nicht zu leicht zu lösen sind.

Jetzt geht es los: In drei Schritten hast du deinen eigenen Code erstellt. 

Schritt 1: Die Auswahl des Lösungswortes oder der Lösungswörter ist wichtig. Denn darauf beruht dein Code.

Schritt 2: Danach denkst du dir aus, welche Hinweise du einbaust, damit die Lösungswörter ermittelt werden können.

Schritt 3: Schließlich legst du die Art des Codes fest. Reicht es aus, Buchstaben im Text zu markieren, die – in eine Reihenfolge gebracht – das Lösungswort freigeben? Oder erstellt du eine eigene Code-Sprache?

Code Rätsel: Nichts für Ungeduldige
Code-Rätsel sind planbar und spannend

4. Logik-Rätsel: Alles für Kombinations-Profis

Wie wäre es, wenn du alle Hinweise brauchst, um den Schatz zu finden? Logik-Rätsel lassen die Detektiv-Herzen höher schlagen!  Jeder Hinweis könnte zur Lösung beitragen und eine Kombination wird das Versteck vom Schatz verraten. Logik-Rätsel fordern Kinder und Erwachsene heraus.

Bei Logik-Rätseln für eine Schatzsuche geht es darum, logische Schlussfolgerungen aus den Hinweisen zu ziehen. Das könnte zum Beispiel bedeuten nach einem Ausschlussverfahren auszuwählen oder Elemente eindeutig einem Schema zuzuordnen.

Diese Rätsel-Art bietet die Möglichkeit – für fortgeschrittene Rätsel-Kinder – parallele Handlungsstränge aufzubauen. Wichtig ist, dass ein Umsortieren der Hinweise nicht dazu führt, dass das gesamte Rätsel nicht gelöst werden kann. Innerhalb der nebeneinander verlaufenden Struktur können alle anderen Rätsel-Arten problemlos eingesetzt werden.

Die Vorbereitung ist komplex! Ein Logik-Rätsel musst du gut planen und mehrfach testen. Je mehr Handlungsstränge parallel nebeneinander herlaufen, umso komplizierter wird es. Eine gute Übersicht ist zwingend erforderlich. Am besten bettest du die einzelnen Rätselstränge in eine Geschichte ein, die zu jedem Element eine Verbindung erzeugt. Die Aufklärung aller Rätsel führt letztlich zum Schatz.

Es gibt eine Reihe von Vorteilen bei den Logik-Rätseln:

  • Diese Rätsel-Art kannst du perfekt mit anderen Rätsel-Arten kombinieren und alle in einer Geschichte miteinander verbinden.
  • Die parallelen Handlungen sind auch für Rätsel-Profis unter den Kindern interessant.
  • Der Spannungsbogen kann durch leichte und schwierige Rätsel sehr lange gehalten werden.

Klar, ein paar Nachteile gibt es:

  • Der Aufbau von Logik-Rätseln braucht Zeit. Die Hinweise müssen zur richtigen Zeit erfolgen und innerhalb der Handlungsstränge aufeinander abgestimmt sein. 
  • Es zeichnet sich nicht früh ab, ob das Rätsel gelöst werden kann. Das kann sich erheblich auf die Motivation auswirken.

Jetzt geht es los: In drei Schritten hast du dein eigenes Logik-Rätsel geplant.

Schritt 1: Die Anzahl der parallelen Handlungsstränge und der Stationen innerhalb der Stränge ist das wichtigste. Plane sie daher zuerst.

Schritt 2: Überlege dir danach, wie du einfache Rätsel einbaust, die zum nächsten Schritt führen und die Motivation hochhalten.

Schritt 3: Lege fest, welche Elemente zum Schatz führen und wie du diese per Zuordnung der Hinweise oder ein Ausschlussverfahren eindeutig festlegen kannst.

5. Fazit: Mit Rätseln bei einer Schatzsuche die Welt entdecken

Rätsel gehören zu einer Schatzsuche einfach dazu. Sie sind wie das Salz in der Suppe. Du kannst mit den verschiedenen Rätseln unendlichen kombinieren und abwechseln. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und wie nebenbei entdeckst du mit deinen Kindern die Natur und unseren Lebensraum um uns herum.

*Der Code ist nur ein Beispiel :-)!

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4 Comments

  • Avatar
    Daniela Scheurer
    Februar 6, 2021 at 10:54

    Liebe Stefanie, was für ein toller Artikel! Da krieg ich gleich sehr große Lust, eine Schatzsuche zu erstellen…oder eigentlich vielmehr darauf, eine mitzumachen:-)
    Ganz liebe Grüße, Daniela

    Reply
    • Stefanie
      Stefanie
      Februar 7, 2021 at 11:14

      Hallo Daniela, lieben Dank für Deinen Kommentar! Freut mich, dass der Artikel Dich inspiriert.
      Die nächste Schatzsuche in einer Art Escape Room für Draußen ist schon in Produktion :-).
      Liebe Grüße Stefanie

      Reply
  • Avatar
    Diana
    März 14, 2021 at 12:48

    Wirklich toller Artikel. Schatzsuchen sind definitiv eine coole Sache um Kinder nach draussen zu locken. Ich habe meist zu den kindergeburtstagen eine vorbereitet. Danke für die vielen Inspirationen. Liebe grüsse diana

    Reply
    • Stefanie
      Stefanie
      März 15, 2021 at 08:53

      Hallo Diana, das freut mich sehr, dass der Artikel dir hilft. Viel Spaß bei eurer nächsten Schatzsuche.
      Liebe Grüße Stefanie

      Reply

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