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Spinnennetz draußen erleben
Natur erleben

Kinder draußen beschäftigen: 5 Ideen für die kalte Jahreszeit

Du hast das Gefühl, das Jahr ist so gut wie vorbei?  Draußen wird es langsam ungemütlich, die Tage werden kürzer und das nasskalte Matschwetter lässt die Laune nicht nur bei den Kindern in den Keller sinken? Du fragst dich wie du deine Kinder draußen beschäftigst und sehnst dich nach entspannter Zeit in der Natur auch in der kalten Jahreszeit?

In diesem Blogartikel zeige ich dir 5 Ideen wie du deine Kinder draußen beschäftigst und was es in der kalten Jahreszeit zu entdecken gibt.

1. Gruselfaktor ohne Krimi: Spinnen

Sind es die langen, dünnen Beine? Oder sind es gerade die dicken, haarigen, die den Gruselfaktor auslösen? Kaum sind sie drinnen entdeckt, geht das Geschrei meist los. Der Staubsauger kommt mitten in der Nacht zum Einsatz, allerlei Gegenstände werden plötzlich für Wurfübungen genutzt und es folgt meist ein Tod durch Zerquetschen.

Dabei sind sie doch eigentlich reinste Wunderwerke: die Spinnen. 

Spinnen gehören zur Gruppe der Gliederfüßer, wie auch Krebse und Insekten. Die Gliederfüßer haben meist drei Teile: Kopf, Brustteil, Hinterleib. Bei der Spinne ist Kopf und Brust halt miteinander verschmolzen. Das heißt dann Kopfbruststück. Die Gliederfüßer heißen so wegen ihrer Extremitäten – also ihren Beinchen – und mit diesen können sie nicht nur laufen, sondern auch sich putzen, greifen oder tasten. Fühlen mit den Beinen sozusagen. Mit acht Beinen und acht Augen sind Spinnen viel besser ausgestattet als andere Gliederfüßer, denn die meisten haben nur sechs Beine und zwei Augen.

Auf jeden Fall hat auch eine Spinne Hunger und braucht Nahrung. Jede Spinnenart benutzt dazu unterschiedliche Techniken, um an ihre Beute zu kommen:

  • Vielleicht hast du dich schon einmal über diese unordentlichen Netze in den Zimmerecken geärgert. Die kommen von einem kleinen Helferlein, die sehr gerne Stechmücken vertilgt: der Zitterspinne.
  • Oder hast du im Garten schon mal ein Netz entfernt und am nächsten Tag war es an der gleichen Stelle wieder da? Keine Sorge! Da ist keine Zauberei im Spiel und ärgern will dich auch niemand: Es könnte ein Netz von einer Kreuzspinne gewesen sein und diese baut Tag für Tag ihr Netz wieder auf.
  • Und große Baldachinnetze sind dir bestimmt schon aufgefallen. Diese Netze spannen sich von einem zentralen oberen Punkt aus schräg nach unten in alle Richtungen. Wie ein Zirkuszelt. Die Spinne hängt mit dem Rücken nach unten da irgendwo drin und ist durch das weiträumige Netz optimal getarnt.

Überhaupt diese Netze! Aus feinster Spinnenseide und dabei so dünn, dass wir sie eigentlich nicht sehen können. Spinnfäden sind nur 0,15 Mikrometer dick und wenn das Licht nicht reflektieren und den Faden dicker erscheinen lassen würde, dann wäre unser menschliches Auge wohl aufgeschmissen. Spinnenfäden sind nicht nur dünn, sondern auch noch unglaublich dehnbar.

Wenn wir also Beutetiere wären, dann müssten wir einen großen Bogen um Spinnennetze machen. Ein leichtes Beben im Netz reicht aus und die Spinne weiß Bescheid: Ein Beutetier ist ins Netz gegangen 

Willst du mit deinen Kindern einmal Spinne und Beute spielen? Das Spiel könnt ihr auch in der kalten Jahreszeit spielen und du hast damit eine Idee, deine Kinder draußen zu beschäftigen und in Bewegung zu bringen. Dazu braucht es nicht viel! Ein großes Wollknäuel, ein paar Bäume und ein paar Glöckchen reichen aus. Fädele zuerst die Glöckchen auf den Wollfaden auf und spanne schließlich ein Netz zwischen die Bäume. Achte dabei auf eine gute Mischung zwischen Fäden ohne Glöckchen und Fäden, die ein Glöckchen tragen. Legt noch fest, was die Beute ist. Sobald das Netz aufgebaut ist, kann es losgehen: Wer erreicht das Ziel, ohne dass ein Glöckchen bimmelt?

2. Kuschelalarm mit Stacheln: Igel

Sind es die kleinen, schwarzen Knopfaugen? Oder die niedliche, kleine Nase, die akuten Kuschelalarm hervorruft? In der Dämmerung und nachts werden die Einzelgänger aktiv, huschen über die Straße oder laufen laut schmatzend durch den Garten. Jeder, der diesen Gesellen schon einmal entdeckt hat, ist komplett verzückt und gern wird im Garten ein Laubhaufen liegen gelassen.

Dabei hat er doch rund 8.000 Stacheln: der Igel.

Als nachtaktives Tier sind die Augen nicht das wichtigste Organ für den Igel. Seine gute Nase hilft ihm allerdings sehr, Nahrung aufzuspüren. Und von der braucht er im Spätsommer reichlich. Mindestens 500 g sollte ein junger Igel kurz vor dem Winterschlaf wiegen, um diesen gut zu überstehen. Ein Vegetarier ist ein Igel schon mal nicht. Klebt ein Grashalm an einem Regenwurm, dann frisst er den zwar mit, aber Obst und Gemüse steht nicht auf dem Speiseplan. Regenwürmer, Ohrwürmer, Hundert- und Tausendfüßer, Spinnen und sonstige Insekten sind die bevorzugten Nahrungsquellen.

Wenn es im November kalt wird, sucht der Igel sich einen Schlafplatz, um zu überwintern. Daher sind nun die letzten Wochen angebrochen, in denen du ihm in der Dämmerung begegnen kannst. Gern verkriecht er sich im Garten in einem Laub-Reisig-Haufen und baut sich dort sein kugelförmiges Schlafnest aus Gras und Moos. Um die lange Zeit vom Winterschlaf durchzuhalten und so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, fährt sein Körper auf Sparflamme:

  • Seine Körpertemperatur sinkt von 36 °C auf unter 10° ab.
  • Sein Herz schlägt statt 180-mal in der Minute nur noch 8-mal pro Minute
  • Seine Atemfrequenz sinkt von 50-mal auf rund 4-mal pro Minute ab

Ist die Temperatur im Frühjahr auf mehr als 15 °C geklettert, wacht er wieder auf.

Hast du mit deinen kleinen Entdeckern Lust auf ein ganz anderes „Ich sehe was, was du nicht siehst“? Dann erkundet die Umgebung doch einmal wie ein Igel, setzt eure Nasen ein und spielt „Ich rieche was, was du nicht findest“. Legt ein Gebiet fest, in welchem die Gegenstände gesucht werden. Vereinbart, wer zuerst suchen darf. Die anderen drehen sich so, dass sie nicht sehen können, wohin derjenige läuft. Der Sucher kommt zurück und alle halten ihre Augen geschlossen, wenn sie an dem Gegenstand riechen dürfen. Haben alle den Geruch gut in der Nase? Dann gibt der Sucher seinen Gegenstand in einen Stoffbeutel, damit niemand diesen sieht. Für alle anderen heißt es Augen auf und den Gegenstand im vereinbarten Gebiet finden. Gute Gegenstände für dieses Spiel sind Rinde, Zapfen, etwas Moos, Pflanzenteile, Tannennadeln und andere charakteristisch riechende Fundstücke.

Seid gespannt wie gut eure Nasen sind und was ihr dabei alles entdeckt!

3. Mit Geschrei auf Weltreise gehen: Vogelzug

Sind es die langen Flugstunden, die uns faszinieren? Oder der erstaunliche Orientierungssinn? Ist es der gemeinschaftliche Aufbruch? Aus der Ferne hören wir ein heranziehendes Geschnatter, melodische Töne oder auch ohrenbetäubenden Lärm und automatisch schauen wir wie gebannt in Richtung Himmel.

Dabei ist noch lange nicht alles erforscht: bei unseren Zugvögeln.

Kaum zu glauben, aber der Herbstzug beginnt bereits im Sommer. Ab August kommt er so richtig in Fahrt und erreicht im September und Oktober seinen Höhepunkt. Aber auch im November sind noch nicht alle Zugvögel in ihre Winterquartiere aufgebrochen. Jetzt ist also die letzte Chance, dass ihr unsere Zugvögel am Himmel entdecken könnt. Die Vögel ziehen nicht nur wegen der einbrechenden Kälte fort, sondern um dem damit einhergehenden Nahrungsmangel zu entkommen. Echte Zugvögel wandern komplett in wärmere Regionen ab, während bei den Teilziehern einige Tiere bei uns bleiben.

Lange Zeit war es ein Rätsel, was der Auslöser für den Aufbruch ist. Die Vögel ziehen ja nicht zu einem bestimmten Stichtag los. Meist sorgt ein Witterungswechsel für den Start. Milde Temperaturen können dabei den Aufbruch durchaus verzögern.

Das Nahrungsangebot spielt eine entscheidende Rolle für die Vögel um uns herum. Durch Beringung und Minisendern sind die Winterquartiere der meisten Arten mittlerweile bekannt. Aber nicht nur das: Flugwege, Aufenthaltsorte mit Zwischenhalt und Aufenthaltsdauer sind auch keine Unbekannten mehr. Nicht alle Kleinvögel machen sich auf den Weg bis in die Tropen. Es überwintern gerade die Vögel im näheren Bereich, die sich von sommerlicher Insektennahrung auf Beeren und Samen im Winter umstellen können. Wie zum Beispiel die Mönchsgrasmücke, die nur in den Mittelmeerraum ausweicht. Die Meisen wechseln ihren Speiseplan sogar an Ort und Stelle und schalten von sommerlicher Insektennahrung auf Pflanzensamen im Winter um. Eine Übersicht über unser Lang-, Mittel- und Kurzstreckenzieher gibt es beim NABU.

Wenn wir das Glück haben, die melodischen Rufe der Kraniche zu hören, geht unser Blick automatisch nach oben gen Himmel. In Keilen angeordnet sehen wir die aufeinander folgenden Formationen und genauso eindrucksvoll ist es, wenn Zugvogelarten zu ihren Schlafplätzen fliegen. Wenn Hunderte von Staren sich über die letzten Trauben in den Weinbergen hermachen und im Anschluss die umliegenden Bäume oder Strommasten anfliegen, ist das durchaus ein Spektakel. Gemeinsam heben sie ab und gemeinsam lassen sie sich nieder – ohne dass auch nur ein Vogel mit einem anderen zusammenstößt und vom Himmel purzeln würde.

Aber wie orientieren sich die Zugvögel auf ihrer Reise? Ohne Karte und Kompass wären wir in unbekannter Gegend auch erst mal verloren. Manche Vögel, die Tagzieher, orientieren sich am Stand der Sonne und der Landschaft. Andere sehen wir gar nicht, weil sie Nachtzieher sind. Auch das Magnetfeld hilft den Zugvögeln, den richtigen Weg zu finden. Mehr dazu kannst du beim Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation lesen.

Auch wenn es sich beim Thema Vögel beobachten, um keine klassische Spielidee für Kinder handelt, ist es eine wunderbare Gelegenheit, die Natur um uns herum zu entdecken. Kinder lassen sich mit dieser Idee in der kalten Jahreszeit vor die Tür locken, wenn bei euch etwa Rastplätze in der Nähe sind und die Tiere aus Beobachtungshütten leicht zu sehen sind.

4. Orientierung am Nachthimmel: der Mond

Willst du dich mit deinen kleinen Abenteurern am Mond orientieren? Ein Vorteil der kalten Jahreszeit ist es, dass es früher dunkel wird. Dann dauert das Warten auf Mond und Sterne nicht so lange. Alles, was du brauchst, um mit dieser Idee deine Kinder draußen zu beschäftigen, ist eine Uhr mit klassischem Ziffernblatt. Sobald ihr draußen seid und den Mond entdeckt, kann es losgehen:

  • Schau dir zuerst den Mond an (Schritt 1).
  • Bei zunehmendem Mond zeigt die runde Seite nach rechts, bei abnehmendem Mond zeigt sie nach links. Dann wird es ein klein wenig mathematisch (Schritt 2).
  • Stell dir den Vollmond als Kreis vor. Dieser bekommt den Wert 12/12. Die obere Zahl ist der Zähler und die untere Zahl ist der Nenner. Der Halbmond ist die Hälfte, also 6/12. Die Phasen dazwischen sind 3/12 und 9/12. Neumond hat 0/12. Schau jetzt auf die Uhr (Schritt 3).
  • Bei abnehmendem Mond zählst du zur aktuellen Uhrzeit den Zähler der Mondzeit (also 3, 6 oder 9) dazu. Bei zunehmendem Mond ziehst du den Zähler von der aktuellen Mondzeit ab. Richte die Markierung der ausgerechneten Zeit auf den Mond aus. Bilde einen Winkel zwischen dieser Stunden-Markierung und der 12-Uhr-Markierung. Halbiere diesen Winkel. Die gedachte Linie zeigt in Richtung Süden (Schritt 4).
  • Gegenüber von Süden liegt Norden und mit dem Spruch: Nie ohne Seife waschen ist die Abfolge der weiteren Himmelsrichtungen leicht zu merken. Norden-Osten-Süden-Westen.
Himmelsrichtung mit Uhr und Mond bestimmen

Ein Beispiel: Es ist abnehmender Mond, denn die runde Seite zeigt nach links (Schritt 1). Es ist 19 Uhr abends. Der Vollmond hat ungefähr 1/4 abgenommen. Das bedeutet er ist 9/12 groß (Schritt 2). Zur aktuellen Uhrzeit wird der Zähler hinzugezählt (Schritt 3). Und diese errechnete Zeit entspricht der Uhrzeit, an der die Sonne tagsüber stehen würde. In diesem Beispiel wäre es also 4 Uhr morgens. Du richtest gedanklich den Stundenanzeiger in Richtung der Sonne aus. Durch die Umrechnung wird der Mond zur Sonne und die 4 Uhr-Markierung zeigt nun zum Mond. Schau dir dann den Winkel an, der sich zwischen dem gedachten Stundenzeiger auf 4 Uhr und der 12 Uhr-Markierung befindet. Halbierst du diesen Winkel, zeigt die gedachte Linie nach Süden (Schritt 4).

Es klingt komplizierter, als es ist. Probiert es einfach mal aus, vergleicht mit dem Kompass auf dem Smartphone oder einem analogen Kompass und nach und nach wirst du und deine Kinder immer sicherer werden. Und wenn dann mal der Akku vom Smartphone leer ist, könnt ihr euch immer noch mit Hilfe der Uhr am Nachthimmel orientieren.

5. Lustige Gesellen in Wald und Wiese: Pilze

Sind es die lustigen Formen, die uns auffallen? Oder ist es der Reiz, dass manche Gesellen giftig sein könnten? Auch wenn Pilze das ganze Jahr über wachsen, gilt der Herbst als absolute Pilzzeit. Das größte Pilzangebot gibt es auf Wiesen und Wäldern von Juli bis Oktober. Das ist die Zeit von Pfifferlingen und dem Parasol. Manche Pilze, wie der Austernseitling, brauchen sogar Frost, um den Fruchtkörper überhaupt auszubilden. Das nasskalte Matschwetter ist damit perfekt, um Pilze in unseren durchmischten Wäldern, aber auch anderswo zu entdecken.

Pilze können wir überall entdecken: im Wald, im Park, auf der Wiese und selbstverständlich auch in der Küche, wenn wir einen Hefeteig zubereiten. Um uns herum gibt es über 14.000 verschiedene Pilzarten und wir brauchen nicht viel, um Pilze zu finden. Eine Lupe hilft dabei, bestimmte Merkmale, genauer anzusehen, ist aber auch kein Muss.

Auf den ersten Blick sehen Pilze wie Pflanzen aus, denn Tiere sind sie ja definitiv nicht. Blätter, Blüten, Früchte oder eine grüne Pflanzenfarbe haben sie allerdings auch nicht. Also sind Pilze wohl doch keine Pflanzen, sondern bilden ein eigenes Reich.

Pilze wachsen im Verborgenen, denn das was wir sehen ist nur der Fruchtkörper, der über der Erde zu sehen ist. Im Erdboden, im Holz oder auch in lebenden Bäumen wächst der eigentliche Pilz in langen, weißen Fäden wie in einem Geflecht. Dieses Myzel breitet sich auf der Suche nach Nährstoffen in allen Richtungen aus und deshalb können wir gelegentlich einen Ring von Pilzen entdecken. Am äußeren Ring bilden sich jährlich neue Fruchtkörper, die wir dann über der Erde sehen können.

Pilze sind wirklich faszinierende Gesellen und laden ein, unsere Fantasie anzuregen. Hast du mit deinen Kindern schon einmal nach einem schönen Pilz Ausschau gehalten? Oder nach welchen, die in geselliger Runde zusammen stehen? Habt ihr einen besonders kleinen Pilz entdeckt oder einen mit dem größten Schirm? Welcher Pilz hat die ungewöhnlichste Form und warum hat er die wohl? Ich bin mir sicher, dass sich viele tolle Geschichten rund um die Pilze aus unserer Fantasie heraus entwickeln, wenn wir nur auf sie achten.

6. Was wirst du mit deinen Kindern dieses Jahr garantiert noch entdecken?

Welche Idee hat dich am meisten angesprochen? Geht ihr auf Nachtwanderung und haltet nach Igeln Ausschau, die noch nicht im Winterschlaf sind? Oder nutzt ihr sie auch, um die Orientierung zu üben? Bereitet ihr ein Vogelhaus vor, für alle Vögel, die bei uns überwintern und nicht wegziehen? Oder geht ihr auf die Suche nach Pilzen, um vielleicht den schönsten und den sonderbarsten Pilz zu finden? Und nicht zu vergessen: um Spinnen zu entdecken, braucht es noch nicht mal ein Schritt vor die Tür ;-).

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, welche Idee, du noch dieses Jahr mit deinen Kindern umsetzen möchtest.

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