Jemand hört „Fibonacci“ und denkt sofort an Illuminati oder Da-Vinci-Code. Gar nicht so falsch. Aber was steckt wirklich dahinter?
In diesem Artikel erkläre ich dir die Fibonacci-Folge für Kinder, und zwar so, dass du sie heute noch beim Spaziergang ausprobieren kannst. Du erfährst, wer Fibonacci war, wie die Zahlenfolge funktioniert und warum sie überall in der Natur auftaucht. Vom Gänseblümchen über den Kiefernzapfen bis zur Ananas. Und du bekommst eine einfache Bastelanleitung, mit der du die Spirale sichtbar machen kannst.
Das Wichtigste über die Fibonacci-Folge in Kürze
Was ist die Fibonacci-Folge? Eine Zahlenfolge, bei der jede Zahl die Summe der beiden vorherigen ist: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13…
Wer hat sie entdeckt? Leonardo Fibonacci, ein italienischer Mathematiker, der im 13. Jahrhundert auch die arabischen Zahlen nach Europa brachte.
Wo findet man sie? In der Natur überall: in Blütenblättern, Kiefernzapfen und der Ananas. Aber auch in der Architektur, Malerei und Fotografie.
Kann ich das mit Kindern ausprobieren? Ja, mit einer einfachen Bastelanleitung aus Papier und Schere wird die Spirale sichtbar.
Was hat das mit Mathe-Lernen zu tun? Mehr als man denkt. Wer erst staunt, lernt leichter.
Lieber hören statt lesen? Hier ist die Podcast-Folge dazu:
Was ist die Fibonacci-Folge?
Hast du schon mal eine Zahlenfolge gesehen, die sich selbst erklärt? Die Fibonacci-Folge ist genau das. Sie ergibt sich aus sich selbst heraus.
Sie beginnt mit 1 und 1. Dann addierst du die beiden Zahlen und bekommst eine 2. Dann geht es direkt weiter. Die 2 addierst du zur 1 davor und bekommst eine 3.


Die 3 zur 2 addieren und du landest bei 5. Die 5 zur 3 dazu und es ergibt 8. Dann die 8 zur 5 und du bist bei der 13.


21, 34, 55 usw. Das Prinzip der Zahlenfolge ist jetzt bestimmt klar. Immer die letzten beiden Zahlen addieren und schon hast du die nächste. Das war es. Du brauchst keine Formel, die du auswendig lernen musst. Probier es einfach mal aus und schreib die nächsten drei Zahlen auf, die sich nach der 55 ergeben.
Noch spannender wird es, wenn du die Fibonacci-Zahlen nicht nur aufschreibst, sondern sie sichtbar machst. Du brauchst dafür nur Papier, Schere und Stifte.
Schneide Quadrate aus, deren Seitenlänge jeweils einer Zahl aus der Folge entspricht. Also ein Quadrat mit 2 cm Seitenlänge, dann noch eines, dann eines mit 4 cm, dann 6 cm und schließlich 10 cm.
Leg sie so aneinander, dass immer das nächste Quadrat an die lange Seite der bereits gelegten Quadrate passt. Du wirst sehen, wie sie sich fast wie von selbst zusammenfügen.
Jetzt kommt der schönste Teil. Zeichne in jedes Quadrat einen Viertelkreis, der von einer Ecke zur gegenüberliegenden Ecke verläuft. Fang beim kleinsten Quadrat an und arbeite dich nach außen vor. Was entsteht, ist eine Spirale.
Dieselbe Spirale, die du im Inneren einer Schnecke siehst, in einer Muschel oder wenn du von oben auf eine Sonnenblume schaust. Das ist der Moment, wo Mathe aufhört, abstrakt zu sein.






Kurze Einordnung: Wer war Fibonacci?
Wer war eigentlich dieser Fibonacci? Sein richtiger Name war Leonardo da Pisa und er lebte im 12. und 13. Jahrhundert in Italien. Bekannt wurde er vor allem durch etwas, das wir heute täglich benutzen und über das wir gar nicht mehr nachdenken: Er hat die arabischen Zahlen nach Europa gebracht. Also 1, 2, 3, 4, 5.
Versuch mal mit römischen Zahlen eine Aufgabe zu rechnen, XIV plus XXVII, und du weißt sofort, was für ein Geschenk das war. Die Zahlenfolge, die heute seinen Namen trägt, war dabei fast nur eine Randnotiz in einem seiner Bücher. Und trotzdem ist sie es, die uns Jahrhunderte später noch beschäftigt.
Spiralen, Zapfen, Blüten: Mathe ist überall
Jetzt wird es praktisch. Denn die Fibonacci-Folge bleibt nicht auf dem Papier, sie wächst, blüht und trägt Früchte. Buchstäblich.
Schnapp dir ein Gänseblümchen und zähl die Blütenblätter. Dann noch eines. Und noch eines. Was fällt dir auf? Die Zahlen, die du bekommst, tauchen in der Fibonacci-Folge auf. Kein Zufall, sondern Natur mit System. Bei mir hatten die meisten Gänseblümchen exakt 55 Blütenblättchen. Ja, manchmal war auch eines mit mehr oder weniger Blütenblättern dabei, aber die Anzahl mit den 55 war deutlich in der Überzahl.
Noch deutlicher wird es beim Kiefernzapfen. Schau dir die Schuppen an und verfolge die Spiralen, die sich durch den Zapfen ziehen, einmal im Uhrzeigersinn und einmal dagegen. Zähl die Bögen in jede Richtung. Du wirst auf Fibonacci-Zahlen stoßen.
Und dann die Ananas. Auch hier lassen sich die Spiralmuster zählen und auch hier tauchen dieselben Zahlen auf.

Die Natur packt ihre Samen und Blätter in höchstmöglicher Dichte und die Fibonacci-Folge ist dabei ihr effizientestes Werkzeug. Das Schöne daran ist, dass du das nicht glauben musst. Du kannst es einfach nachprüfen. Beim nächsten Spaziergang, auf dem Markt, im Garten.
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Warum Kinder Mathe spannend finden, wenn wir es ihnen zeigen
Vielleicht kennst du das. Jemand sagt „Ich war schon immer schlecht in Mathe“ und lacht dabei, als wäre es eine lustige Anekdote. Dabei steckt da oft mehr drin als nur eine Schulerfahrung. Es ist eine Überzeugung, die sitzt und die sich überträgt. Kinder spüren, wie Erwachsene über Dinge denken.
Ein genervtes Seufzen bei den Hausaufgaben. Ein „Mathe war bei mir auch nie meins“. Das reicht. Dabei stimmt es einfach nicht, dass Mathe ein Talent ist, das man entweder hat oder nicht. Es ist eher eine Frage davon, wie wir damit in Berührung kommen. Ob jemand uns zeigt, dass es spannend sein kann. Ob wir selbst erst staunen dürfen, bevor wir rechnen müssen.
Ich erlebe das in meinen ScienceLab-Kinderkursen immer wieder. Manchmal kommen Eltern mit in den Kurs und ich sehe, wie sie sich erst zurückhalten. Abwartend, ein bisschen skeptisch. Und dann zählen sie plötzlich selbst die Spiralen am Kiefernzapfen. Oder sie halten die Ananas in der Hand und schauen sie an, als würden sie zum ersten Mal wirklich eine Ananas sehen. In diesem Moment passiert etwas. Nicht nur bei den Kindern.
Genau das ist unser Ansatz bei ScienceLab-Kursen. Nicht Formeln zuerst, sondern Fragen. Nicht Erklärung im ersten Schritt, sondern selbst zum Entdecker werden. Und Fibonacci ist dafür ein perfektes Beispiel, weil die Folge so einfach ist, dass jedes Kind sie versteht, und gleichzeitig so überraschend, dass auch Erwachsene innehalten.
Fazit: Warum Mathe spannend ist und wer das entscheidet
Fibonacci ist nur eine Zahlenfolge. Aber sie steckt in der Blüte, die dein Kind vom Spielplatz mitbringt, im Zapfen, den ihr im Wald aufhebt, und in der Ananas, die auf dem Küchentisch liegt. Sie war die ganze Zeit da, ihr habt sie nur noch nicht gesucht.
Und genau das ist der Punkt. Mathe ist nicht trocken oder abstrakt, sie ist überall. Ob dein Kind das so erlebt, hängt weniger von Schulbüchern ab als davon, ob jemand einmal mit ihm draußen steht, eine Blüte in der Hand hält und sagt: „Zähl mal.“
Du musst dafür kein Mathe-Genie sein. Du musst nur neugierig sein. Oder es zumindest so tun, als ob, bis die Neugier von selbst kommt. Bei den Kindern geht das meistens schneller als bei uns.
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Also: Raus. Blüten zählen. Staunen. Und vielleicht nie wieder eine Ananas anschauen wie vorher.


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